Zahnbürsten in Kindergemeinschaftseinrichtungen

Gibt es Empfehlungen zum Umgang mit Zahnbürsten in Kindergemeinschaftseinrichtungen?

Im Kindergarten kommt es bekanntermaßen durch Speichel- oder Tröpfcheninfektion immer wieder zu Ansteckungen, wenn sich Kinder anniesen oder anhusten. Auch beim Spielen kommt es z.B. durch Spielzeug in den Mund stecken immer wieder zu Keimübertragungen, die mitunter zu Infekten führen können.

Auch die benutzte Zahnbürste ist nach dem Zähneputzen mit Mikroorganismen kontaminiert, die üblicherweise zur normalen Schleimhautflora des Mundes gehören. Eine anschließende Vermehrung von Bakterien und Pilzen soll durch gründliches Ausspülen der Bürste mit Leitungswasser und Trocknung bei Raumtemperatur vermieden werden. Dennoch können Keime mit der Zahnbürste weitergegeben werden, genauso wie mit Spielzeug oder durch persönlichen Kontakt sowie in Form von Speichel- und Tröpfcheninfektionen.

Für das tägliche Putzen im Kindergarten sollten folgende Regeln beachtet werden.

  • Jedes Kind hat seine eigene Zahnbürste und seinen eigenen Becher.
  • Nach dem Zähneputzen sollte die Bürste gut unter fließendem Wasser ausgespült werden.

  • Aufbewahrung stehend mit dem Kopf nach oben bei Zimmertemperatur.

  • Zahnbürsten müssen spätestens nach drei Monaten gewechselt werden, denn abgenutzte bzw. zerkaute Bürsten haben eine schlechtere Reinigungswirkung.

Die Langfassung der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts finden Sie hier: RKI_Zahnbürstenhygiene, pdf, 140 kb.

Stand: 9.5.2012

 

Pressemitteilung der Landeszahnärztekammer Brandenburg vom 17. Januar 2013

Zahnbürsten dürfen in den Kindergärten nicht fehlen

Regelmäßiges Zähneputzen ist für Kinderzähne wichtig

Eltern, die ihren Nachwuchs zur Betreuung in eine Kindereinrichtung geben, sollten sich nicht nur über deren Erziehungsangebot informieren. Denn: Neben Spiel und Spaß, abwechslungsreicher Ernährung und festgelegten Ruhezeiten spielt die Hygiene der Kinderzähne eine entscheidende Rolle.

„Regelmäßiges Zähneputzen sollte genauso ein fester Bestandteil des Kindergartenalltags sein wie das Händewaschen vor dem Essen", sagt Dipl.-Stom. Bettina Suchan, Vorstandsmitglied der Landeszahnärztekammer Brandenburg (LZÄKB). Dennoch erwägen einige Kindereinrichtungen, auf das Putzen nach dem gemeinsamen Mittagessen zu verzichten. Eine Begründung dafür ist, dass die Zahnbürsten leicht vertauscht werden könnten und damit die Infektionsgefahr steigen würde.

„Dem lässt sich leicht entgegenwirken, indem die Zahnbürsten mit Symbolen den Kindern zugeordnet werden", argumentiert Bettina Suchan. Aus Sicht der Zahnärztin sollte die Mundgesundheit der Kleinen eine gemeinsame Aufgabe von Eltern und Kindereinrichtungen sein. „Tägliche Mundhygiene von Beginn an trägt dazu bei, dass die Kinder frühzeitig für die eigene Gesunderhaltung sensibilisiert werden. Das Zähneputzen sollte als etwas Selbstverständliches angesehen werden."

Wichtig ist, dass Eltern und Erzieher bei der Hygiene an einem Strang ziehen. „Nur wenn sowohl zu Hause als auch im Kindergarten regelmäßiges Putzen auf der Tagesordnung steht, haben die Kinder eine Chance, zahngesund aufzuwachsen", betont Bettina Suchan. Ausreichende Mundhygiene schützt die Kinder vor Krankheiten – genauso wie es das regelmäßige Händewaschen tut.

Mindestens zwei Mal am Tag sollten Kinderzähne geputzt werden. Nicht zuletzt auch, um der Milchzahnkaries entgegenzuwirken. Bettina Suchan dazu: „Denn fehlende Zähne können unter anderen die Entwicklung der Sprache negativ beeinflussen."

Hintergrund:

Die Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) besuchen die Kindereinrichtungen regelmäßig, um die Mädchen und Jungen zu untersuchen. Dabei erhalten die Kinder einen Zahnärztlichen Prophylaxe-Pass, mit dem die Eltern über die Zahngesundheit ihrer Kleinen informiert werden. Mehr Informationen zum Pass gibt es im Internet unter www.lzkb.de, Patienten > Gesunde Zähne ein Leben lang.