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Quetschies: Fruchtpüree greift Kinderzähne an*

Sie schmecken lecker und sind voller Vitamine. Sie sind immer griffbereit und  praktisch für unterwegs: Quetschies. Fruchtpüree in Quetschbeuteln liegt bei Eltern kleiner Kinder im Trend. Bedenklich ist dabei nicht allein der hohe Anteil an Fruchtzucker und -säure, der dem Zahnschmelz zusetzt.

„Problematisch ist vielmehr die Art und Weise, wie Kinder das pürierte Obst aus den Beuteln konsumieren“, sagt der LAGZ-Vorsitzende Sanitätsrat Dr. Helmut Stein. Statt die Frucht mit wenigen Bissen zu essen, saugen die Kinder das Mus langsam durch einen röhrenförmigen Aufsatz in den Mund. Dadurch werden die Zähne über einen längeren Zeitraum von dem Püree umspült.

„Je länger und häufiger Säure und Zucker auf die Zähne einwirken, desto größer ist das Kariesrisiko“, erklärt der Zahnarzt. Hat die Fruchtsäure genug Zeit, auf den Zahnschmelz einzuwirken, schwemmt sie wichtige Mineralien heraus. Die Zahnoberfläche wird immer weicher und dadurch anfällig für Zahnschäden. Stein betont, dass der Zahnschmelz im Milchgebiss empfindlicher als im bleibenden Gebiss ist. „Deshalb ist bei Kleinkindern die Kariesgefahr durch regelmäßiges Nippen an Fruchtpüree besonders hoch.“

Empfehlungen

Obst kauen statt trinken. Kleine Möhren oder Apfelstückchen sind Fitnesstraining für Zähne und Muskeln.

  1. Quetschies können die tägliche Portion Obst nicht ersetzen. Sie sollten, wie Süßigkeiten, eine Ausnahme sein.
  2. Fruchtmus dient weder als Zwischenmahlzeit noch als Durstlöscher. Es sollte nur gemeinsam mit einer Hauptmahlzeit auf den Tisch kommen und zügig mit einem Löffel verzehrt werden.
  3. Kinder bekommen Quetschies nicht zur Beruhigung oder zum Nuckeln.
  4. Die richtige Zahnpflege vom ersten Milchzahn an ist wichtig. Eltern sollten Kinderzähne täglich mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta putzen.
  5. Augen auf bei der Wahl des Produkts: Einige Hersteller versetzen das natürliche Obst zusätzlich mit Zucker und Säure.

* Auszüge aus der Pressemitteilung der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Rheinland-Pfalz e.V. vom 6.6.2017